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01. August 2010
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Kommentar: Deisler beendet Karriere

Die Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe. Sebastian Deisler beendet mit nur 27 Jahren seine Profikarriere als Fußballer. Was am Dienstag in einer hastig einberufenen Pressekonferenz des FC Bayern von Manager Uli Hoeneß bekannt gegeben wurde, hat in Fußball-Deutschland einen kollektiven Schockzustand ausgelöst. Die Gazetten überboten sich daraufhin mit nachrufähnlichen Beiträgen über die schier unendliche Tragik in der Karriere des vielleicht größten deutschen Fußballtalents der vergangenen Jahrzehnte.

Uli Hoeneß sah man die Niedergeschlagenheit während der Bekanntgabe deutlich an. Selten zuvor hatte man den erfolgsverwöhnten Manager des deutschen Rekordmeisters so traurig und enttäuscht erlebt. Dabei hätte man Deisler, so grotesk es auch klingen mag, nach eigenen Angaben eigentlich nur beglückwünschen können. Immerhin hatte der gebürtige Lörracher seine Entscheidung mit den Worten „Ich habe kein Vertrauen mehr in mein Knie. Ich bin glücklich mit der Entscheidung, das bin ich“ kommentiert. So wirklich glauben mochte ihm das in diesem Moment aber wohl niemand. Denn wie glücklich kann ein Mensch von 27 Jahren sein, der gerade seinen Lebenstraum über den Haufen geworfen hat?

Unvergessen sind die Zeiten, in denen sich die ehemalige Nummer 26 aufgrund von Depressionen im Münchner Max-Planck-Institut behandeln ließ. Immer wieder sorgten zahlreiche Verletzungen für erneute Rückschläge und immer wieder kämpfte er sich monatelang zurück. Deshalb sei es zuletzt nur noch eine Qual gewesen, trotz derer er zwar noch mithalten könne, aber nicht mehr frei sei. Eine ungewöhnliche Feststellung für einen Fußballprofi und eine mutige dazu. Die Antwort auf seine Entscheidung kann daher weder Trauer, noch Enttäuschung lauten, sondern einfach nur Respekt.
 

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