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01. August 2010
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Nürnberg nach 3:2 n.V. Pokalsieger

In einer spannenden und brisanten Partie hat der 1. FC Nürnberg mit einem 3:2 nach Verlängerung gegen den VFB Stuttgart den DFB-Pokal gewonnen. Nach dem Führungstreffer durch Cacau (20.) konnten die Nürnberger durch Marek Mintal (27.) ausgleichen. Nachdem der Stuttgarter Torschütze in der 30. Minute die Rote Karte sah, waren die Franken weitgehend überlegen und kamen durch Marco Engelhardt zum verdienten 2:1 (47.), doch durch einen berechtigten Foulelfmeter, den Pavel Pardo (80.) souverän verwandelte, gelangten die Schwaben zurück in die Partie. In der Verlängerung erzielte Jan Kristiansen (109.) mit einem sehenswerten Distanzschuss den Siegtreffer.

Weil Armin Veh nach dem 2:1-Sieg gegen Cottbus in dieser Partie auf einen zweiten Stürmer verzichtete, war Cacau die einzige nominelle Spitze. Marco Streller wurde durch da Silva ersetzt. Mario Gomez war erneut zunächst Reservist, doch sein Trainer sicherte ihm bereits vor der Partie „vierzig bis fünfundvierzig Minuten“ zu.
Hans Meyer hatte nach dem 3:0-Auswärtssieg bei Hannover 96 nicht viel zu beanstanden, dennoch spielte der wiedergenesene Ivan Saenko anstelle von Mnari. Nürnbergs Hoffnung auf ein Comeback von Robert Vittek wurde letztendlich doch enttäuscht, sodass er nicht im Kader stand. Außerdem verletzte sich Glauber beim Warmmachen, sodass Marek Nikl für ihn in die Startelf rückte.
Nachdem am Nachmittag im Berliner Olympiastadion starke Regengüsse gefallen waren, war der Rasen durchweicht. Nichtsdestotrotz gab der VfB das Double als Ziel aus, Nürnberg wollte dem etwas entgegensetzen und den ersten Titel seit der Meisterschaft von 1968 erringen.

Die Anfangsphase gehörte eindeutig den Franken, doch die Chancen waren noch nicht zwingend genug.
In der 20. Minute war es dann plötzlich der neue Meister, der in Führung gehen konnte. Sami Khedira gelangte an der Strafraumgrenze mit dem Kopf an den Ball und legte den Ball Stoßstürmer Cacau exzellent vor. Dieser lief auf Raphael Schäfer zu und ließ ihm keine Möglichkeit, den flach und direkt geschossenen Ball abzuwehren.
Nürnberg ließ sich davon nicht beeindrucken und konnte schon sieben Minuten später den Ausgleich erzielen. Dominik Reinhardt erhielt den Ball auf der rechten Seite und flankte dann wunderbar halbhoch in die Mitte vor das Tor, wo Marek Mintal exzellent stand und keine Mühe hatte, das Spielgerät über die Linie zu bugsieren; Timo Hildebrand ließ er nicht den Hauch einer Chance.
Danach schlugen die Emotionen höher. In den folgenden Minuten nahmen diese Überhand und Cacau musste in der 30. Minute wegen einer Tätlichkeit den Platz verlassen. Als Andreas Wolf ihn behinderte, holte er wutentrannt aus, um dem Nürnberger Verteidiger seine Faust auf dessen Brust zu schlagen.
Keine drei Minuten später hätte es schon wieder einen Platzverweis für einen Stuttgarter geben müssen. Kapitän Fernando Meira grätschte völlig übermotiviert in den Torschützen Marek Mintal, dem er nach erster Diagnose aus dem Krankenhaus eine Innenbandverletzung zufügte. Schiedsrichter Weiner gab jedoch nur die Gelbe Karte – Glück für den VfB.
Danach beruhigten sich nicht nur die Gemüter, sondern auch das Spiel. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam es wieder zu einer „hundertprozentigen“ Torchance. Jan Kristensen lief völlig allein auf Timo Hildebrand zu, doch der rannte frühzeitig aus dem Gehäuse heraus und konnte sich ihm tatsächlich so entgegensperren, dass er den Ball abwehrte und so die Möglichkeit vereitelte.
Das 1:1 zur Halbzeit ging absolut in Ordnung. Für die zweite Hälfte wechselte Armin Veh Mario Gomez für da Silva ein, da durch die Rote Karte für Cacau schon fünfzehn Minuten kein nomineller Stürmer auf dem Platz stand.
Und Nürnberg kam wunderbar gelaunt vom Pausentee zurück: Engelhardt vollstreckte nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff per Kopfball zum 2:1 für die Franken nach einem Eckball von Pinola, Hildebrandt war wieder ohne Chance.
So konnte der FCN also das Spiel drehen und auf einmal war der VfB in der Pflicht. Sie wirkten in der Folge zwar bemüht, jedoch fanden sie keine Mittel gegen die guten Defensivleistungen der Nürnberger.
Stuttgart war zwar etwas überlegen, doch Nürnbergs Konterversuche riefen etwas mehr Gefahr hervor.
In der 80. Minute sollte es aber doch noch zum Ausgleich kommen: Gomez wurde im Strafraum vom herauseilenden Raphael Schäfer zu Fall gebracht und es gab folgerichtig einen Foulelfmeter, den Pavel Pardo souverän und stramm im linken Eck verwandelte. Somit befand sich der VfB wieder im Spiel.
Und die Stuttgarter wollten nicht in die Verlängerung: Doch Thomas Hitzlsperger und Mathieu Delpierre gelang es nicht, die Entscheidung herbeizuführen, daher ging es in die Verlängerung.
In den ersten fünfzehn Minuten waren wiederum die Nürnberger überlegen. Doch sie konnten ihre Chancen nicht nutzen, auch weil Timo Hildebrand an diesem Tag hervorragend aufgelegt war.
Der Nürnberger Sieg bahnte sich aufgrund der zahlreichen Chancen schon an, ab der 109. Minute war er greifbar nahe. Der Däne Jan Kristiansen zog optimistisch aus 28 Metern hinweg und hatte den Ball so ideal platziert, dass der VfB-Keeper überlupft und das Spielgerät an die Unterkante der Latte geschossen wurde.
Danach hätte Nürnberg sogar noch zweimal den Sieg perfekt machen können, doch es blieb beim 3:2.

Insgesamt verdient schlug der 1. FC Nürnberg also den VfB Stuttgart und holte damit zum vierten Mal den DFB-Pokal. Durch diesen Sieg haben die Bayern nicht nur den schon vorher geschafften UEFA-Einzug erreicht, sondern sie sind auch im Halbfinale des nächstjährigen Ligapokals vertreten. So endete dieser schöne Pokalabend mit einem gerechtfertigten Sieger nach einer spannenden und über 120 Minuten gehenden Partie.


Die Statistik

VfB Stuttgart: Hildebrand – Osorio (68. Boka), Fernando Meira, Delpierre, Magnin - Pardo – Khedira (100. Tasci), Hitzlsperger - Hilbert, da Silva (46. Gomez) - Cacau

1. FC Nürnberg: R. Schäfer - D. Reinhardt, A. Wolf, Nikl (73. Spiranovic), Pinola (115. Banovic) - Galasek - Engelhardt - Kristiansen, Mintal (35. Polak), Saenko - Schroth

Tore: 1:0 Cacau (20.), 1:1 Mintal (27.), 1:2 Engelhardt (47.), 2:2 Pardo (80., Foulelfmeter), 2:3 Kristiansen (109.)

Gelbe Karten: Khedira, Osorio, Meira, Gomez - Nikl, Schroth, Spiranovic, Galasek

Rote Karte: Cacau nach einer Tätlichkeit (31.)

Schiedsrichter: Weiner (Giesen)

Zuschauer: 74400 (ausverkauft)
 

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