SPIELTAG

Karlsruhe - Hertha 4:0
Bielefeld - Hannover 2:2
Cottbus - Leverkusen 3:0
Bayern - Stuttgart 2:1
Frankfurt - Hamburg 1:2
Wolfsburg - Bremen 5:1
Köln - Bochum 1:1
Gladbach - Dortmund 1:1
Schalke - Hoffenheim 2:3


COMMUNITY

 
 
Eure Sportarten!!
Sport Allgemein
 

08. September 2010
Du befindest Dich hier: Startseite ¬ Sonstiges

Pedal: Von Schweinen und Menschen


im westen nix neues.


Sie marschieren, die besten Bayern aller Zeiten. Wer bis Samstag noch (unberechtigte) Zweifel hatte, der weiß es jetzt wie man es nur wissen kann: sie marschieren. Dieses 4:0 war nicht gegen irgendeine Gurkentruppe aus beispielsweise Ostwestfalen, es war gegen die anerkanntermaßen Spitzenmannschaft Werder Bremen mit dem besten Stürmer Deutschlands in ihren Reihen. Also bezogen auf die Bayern jetzt das mit dem Stürmer. Und als wäre Miroslav Klose nicht genug, macht doch tatsächlich Eros Ramazzotti sein zweites Saisontor und erhöht damit die Anzahl seiner Bundesligatore auf unglaubliche zwei. Ein Teufelskerl, dieser Ramazzotti, wie soll das noch weitergehen? Drei? Gar vier? Sieben? Auf alle Fälle hat er jetzt schon mehr Tore als Olli Kahn und Pele zusammen, und die haben (zumindest zur Hälfte) weit mehr als zwei Bundesligaspiele bestritten. Sie marschieren also, und umso überraschender kommt dann eine Aussage von Klaus Allofs daher, die da lautet: "Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden". Aber Herr Allofs, bei allem nötigen Respekt, glauben Sie denn wirklich, dass Bremen in den verbleibenden 32 Spielen noch einmal rankommen kann? Achso, da verfall ich doch schon wieder in die sarkastisch-lästernde Art von letzter Woche, vielleicht sollte ich jetzt den Experten contra geben und einfach mal sagen, dass die Saison lang ist und die besten Bayern aller Zeiten noch längst nicht Meister sind. Wobei ich dann inzident Thomas Allofs den Expertenstatus aberkannt habe, was sicherlich nicht meine Absicht war. Wie auch immer, die Saison ist lang und die besten Bayern aller Zeiten sind noch längst nicht Meister, selbst mit Eros Ramazzotti nicht. Auch nicht mit Franck Ribéry. Ist es eigentlich politisch korrekt, den augenzwinkernd als "Scarface-Jacques" zu bezeichnen? Ich lass es lieber, man weiß ja nie.

Anderes Thema. Was muss ich da hören? Roman Weidenfeller, seines Zeichens Torwart-Titan bei UI-Cup-Hoffnung Borussia Dortmund, soll im für den BVB eher mittel gelaufenen Derby auf Schalke sein Gegenüber Gerald "The German" Asamoah als ein -ich zitiere- "schwarzes Schwein" bezeichnet haben? Mit der Betonung auf "schwarzes". Da sieht man mal wieder das Feingefühl einer jeden vermeintlich diskriminierten Gruppe, weil einfach nur "Schwein" ist auf dem Platz ganz normal und keiner regt sich auf, aber mit dem Adjektiv "schwarz" davor wird's zur Chefsache. Dabei wird selbst Gerald Asamoah nicht abstreiten können, dass er nicht nur von Weitem durchaus ziemlich schwarz daherkommt. Entscheidend ist aber immer, wie die jeweilige Beleidigung gemeint war. So zeugt ein "schwarzes Schwein" gegenüber dem Schiedsrichter weniger von Rassismus denn vielmehr von Überzeugung, wohingegen "Nazischwein" gleichwohl zu wem das Pietätsgefühl aller Deutschen nachhaltig verletzt. Während "Warzenschwein", "Hängebauchschwein" oder "Schweinsteiger" lediglich die nähere Schweineart spezifizieren, kann ein freundliches "Drecksschwein" dem ein oder anderen Zeitgenossen übel aufstoßen, wobei kaum einer ernsthaft Probleme mit einem "Schweineglück" oder "Sparschwein" haben dürfte. Man darf einem Mitmenschen die "Schweinepest" wünschen, ihn aber als solche zu bezeichnen wäre unschicklich, auch "Schweinebraten" würd ich lieber lassen. Unklarheit herrscht in der Juristerei noch über Begriffe wie "Arschschwein", "Bielefeldschwein", "Pornoschwein" oder "Schweinschwein", die Tendenz geht eher in Richtung nä. Fernab vom "Spiderschwein" gibt es allerdings einen derart verfassungswidrigen Begriff, bei dem sich alle einig sind, dass wenn überhaupt hier eine Todesstrafe in Betracht käme, weshalb ich ""Judenschwein"" vorsorglich in doppelte Anführungszeiche setze.

Oder anders ausgedrückt: "Ich nehme lieber deine Nutte von Schwester" geht wiederum nur in wirklich wichtigen Spielen.

Der Mahe in Gold wandert diesmal nach Holland zu Rafael van der Vaart, oder wie die Bild-Zeitung ihn mäßig lustig nennt Rafael van der Verrat. Das ist doch mal einer, der seinen Worten Taten folgen lässt und sich nicht verängstigt hinter Beratern versteckt. Der will nach Valencia und der fährt dahin und macht lustig Fotos mit deren Trikot, diese Entschlossenheit würd ich mir von dem ein oder anderen deutschen Topstürmer auch mal wünschen. Und dann ist der noch so cool in seinem vielleicht letzten Bundesligaspiel das entscheidende Tor zu schießen, während manch anderer dann in wichtigen Europacupspielen gerne mal vom Platz fliegt. Roman Weidenfeller würde sich als HSV-Verantwortlicher vielleicht zu einem trotzigen "van der Schwein" hinreißen lassen, aber in meinen Augen können die doch froh sein, wenn die jetzt 200 Millionen Euro Ablöse kassieren und sich dann mit Gewinn noch gleichwertigen Ersatz in Form von Ailton oder Benny Lauth holen können. Auf alle Fälle hat van der Vaart jetzt allen gezeigt, dass man alles kriegen kann, wenn man es nur wirklich will und laut genug schreit. Also wenn ihr zum Beispiel Bundeskanzler werden wollt, dann geht zum Kanzleramt und rüttelt ein wenig am Tor. Klappt prima.

Deutschland, deine schwarzen Schweine (Folge 12): Ede Stoiber.

Abseits vom Abseits: Das beschauliche Düren ist Tatort eines abscheulichen Verbrechens geworden, noch abscheulicher als seinerzeit der Ohrbiss von Mike Tyson. Zwei Radfahrer fahren gemütlich durch den Ort und gucken sich wahlweise gegenseitig oder die schöne Gegend an, da kommt von hinten ein böses Auto angefahren. Böse deshalb, weil der Autofahrer im späteren Verlauf noch böse wird. Die beiden radeln also so vor sich hin, als plötzlich das böse Auto zum Überholvorgang ansetzt. Nur leider fährt es dabei so dicht auf die Radler auf, dass sich im weiteren Verlauf einer der beiden genötigt sieht, dem Autofahrer eine laut Polizeibericht "heftige Armbewegung" zu signalisieren. Gut, das kann jetzt alles sein, da soll halt jeder selbst seiner Phantasie freien Lauf lassen. Diese heftige Armbewegung jedenfalls ist so heftig (vielleicht hat er zusätzlich auch noch ein Valencia-Trikot geschwenkt), dass der Autofahrer eine Vollbremsung macht und wie von Olli Kahn gebissen aus dem Auto springt und auf die beiden jetzt dann doch verängstigten Personen zurennt. Den üblen Heftige-Armbewegung-Macher reißt er zu Boden und tritt munter auf ihn ein, was den noch nicht Beteiligten veranlasst, vielleicht besser mal einzugreifen. Doch das hat dann nur zur Folge, dass auch er wenig später auf dem Boden liegt, jetzt aber zum Glück nicht getreten wird, sich dafür aber Mund an Ohr mit dem Aggressor wiederfindet. Oder anders ausgedrückt: der Autofahrer beißt dem armen Mann schlicht ein Ohr ab. Kann man mal machen. Also merke: wenn dich jemand zu knapp überholt, dann lass das um Ohres Willen mit der heftigen Armbewegung. Beziehungsweise: wenn dich der Hunger packt, schnapp dir nen Radler.

Die Top 5 der Woche
heute: Die beliebtesten Ausrüstungsteile
1. Trikot
2. Schienbeinschoner
3. Schuhe
4. Genitalpiercing
5. Stollen

Ja und sonst? Im Grunde ist es doch so: Hamburg ist viel schöner als Valencia und überhaupt.


Nächste Woche mehr.
 

Kommentare

#3 - Hilde (22. August 2007, 19:23)
Schön? Wohl kaum! Wenn's denn nun endlich wirkliche Satire wäre, vielleicht. Aber leider ist's nur wieder dasselbe "sarkastisch-lästernde" und schnöselige Geschreibsel, welches schon vor Jahren nicht zu Erheiterung führte. "Mit Comebacks ist das immer so eine Sache." Für wahr!
#2 - Robin (21. August 2007, 13:34)
Besonders der Abschnitt mit "Schweinsteiger" gefällt mir gut! Aber nichts gegen Ede Stoiber!
#1 - Philip Naggert (21. August 2007, 10:47)
Schön, dass es die Satire wieder gibt. Man merkt schon, dass etwas gefehlt hat. Freue mich auf weitere Artikel!

Name


Email-Adresse (optional)


Kommentar


Sicherheitsabfrage
 

Weitere News zum Thema 'Pedal'

¬ Pedal: Zwiegespräch - 15. Oktober 2007, 23:01
¬ Pedal: Das Pauli-Prinzip - 24. September 2007, 15:40
¬ Pedal: Nächstes Jahr - 11. September 2007, 14:59
¬ Pedal: Toni - 04. September 2007, 14:45
¬ Pedal: Erste Saisonsiege - 27. August 2007, 14:35
 
Startseite | Jobs | Kontakt | Impressum
Copyright © 2010 Fussball-pur.de - Alle Rechte vorbehalten